| LukeStrangewalker ( @ 2008-03-27 16:24:00 |
| Current music: | lichter - radar |
die hölle, das sind die anderen
Sartre macht Spaß. Wege der Freiheit, Band 1 – Zeit der Reife. Zum einen lustig, nach dem Hornby nun eine etwas andere Sichtweise auf das Thema ungewollte Schwangerschaft zu sehen – auch wenn das Motiv - der Umgang mit Verantwortung – dasselbe ist. Einmal aus existenzialistischer Perspektive (wenn Du Dich dafür entscheidest, sei Dir bewusst, dass es eine FREIE Entscheidung ist, selbst wenn es sich nicht so anfühlt, bzw. – kann man es existenzialistisch frei nennen, wenn man sich alle Verantwortung vom Leib hält, oder ist man dann keine Person, keine Existenz?), einmal aus der Perspektive eines jugendlichen Scheidungskindes, dass ebenso wie seine Mutter viel zu früh für Nachwuchs sorgt und seine ernsthaftesten Gespräche mit seinem Poster des Profiskaters Tony Hawk führt.
Zum anderen sehr spannend, weil ich es ein Stück weit auch als Gegenstück zu Sie kam und blieb lesen kann, da hier auch wieder Olga (real)/Xaviere (Sie kam und blieb bzw. Ivich (Wege der Freiheit) sowie die einzigartige Vertrauensbeziehung zwischen Sartre/Pierre/Mathieu und Beauvoir/Francoise/Marcelle die wichtigen Themen sind. Nur, dass er bei ihr bei weitem besser wegkommt als sie bei ihm, wie die Konfidentin und ich beieinem Glas Rotwein feststellten. Bei Beauvoir ist Sartre/Pierre der neugierige Ausprobierer, der bei all seinen Spielereien und Schachzügen aber nie ihre Gefühle ausser Acht lässt und sie als wichtige Stütze in all seinen Zweifeln bzgl. Job oder eben Beziehungen benötigt. Bei Sartre dagegen ist Beauvoir/Marcelle ein lästiges Anhängsel, was zwar auch zum Zweifelzuhören taugt, aber spätestens mit der Schwangerschaft angeekelt betrachtet wird, und dass trotz des gemeinsamen Versprechens, immmer bei Kritik ehrlich zu widersprechen, Hemmungen hat, mit ihm offen zu reden.
„’Nein, nein, es ist kein Spiel um Kopf oder Schrift. Was auch geschieht, alles muß durch mich geschehen’. Auch wenn er sich davontragen ließ, ratlos, verzweifelt, auch wenn er sich wie ein alter Sack Kohlen davontragen ließ, hätte er sein Verderben gewählt: er war frei, frei zu allem, frei, das Tier oder die Maschine zu spielen, frei, anzunehmen, frei, abzulehnen, frei, Ausflüche zu machen; heiraten, sitzenlassen, jahrelang diesen Klotz am Bein herumschleppen: er konnte tun, was er wollte, niemand hatte das Recht, ihm zu raten, es gäbe für ihn nur Gut und Böse, wenn er sie erfand. (...) Er war allein, inmitten einer monströsen Stille, frei und allein, ohne Hilfe und ohne Entschuldigung, dazu verurteilt, unwiderruflich zu entscheiden, für immer dazu verurteilt, frei zu sein.“
Dazu die bezaubernd schöne, rätsel- und zauberhafte, intim-verträumte, kantige und hypnotische Musik von Lichter. Produziert von Klez.e- und Delbo-Mitglied Tobias Siebert.
diese welt ist nicht mehr für uns reserviert / alle plätze belegt und nichts garantiert /
unsere guten ideen billig und ausstaffiert / und wer kann hier noch sagen / wer gewinnt wer verliert
nur wer hat uns befohlen / in diesen zeiten / so ruhig zu bleiben?
um dann inmitten all dem Chaos doch etwas Schützenswertes zu finden:
erklär mir jedes wunder / einzeln und nacheinander
denn ich verstehe nichts mehr / denn ich verstehe nichts mehr
jetzt bin ich da wo ich noch nie war
und ringsherum lauert die gefahr
es ist so fremd und wie vertraut, wenn wir uns lieben
wie unter tieren
Vorgestern beim Aufräumen bin ich über einen alten Schulordner gestolpert. Spanisch, 13. Klasse, ein Aufsatz von vor zwei Jahren zum Thema "Die ideale Schule". Der Aufsatz endet mit dem Absatz:
Finalmente, la escuela no puede y no debe decir al alumno donde quiere ir. Después de la escuela, él va a realizar que no tiene ninguna idea, de que trata ese desorden llamado mundo. No sabe que es el camino correcto, y no sabe el camino para volver a casa. Pero sabe, que no es sólo con esa confusión, y sabe de que aspectos tiene que buscar.
(Weder kann die Schule noch darf sie dem Schüler sagen, wohin er gehen soll. Nach der Schule wird er realisieren, dass er absolut keine Ahnung hat, worum es in diesem Chaos namens Welt eigentlich geht. Er weiß nicht, was der richtige Weg ist, und er kennt nicht den Weg nach Hause. Aber er weiß, dass er mit dieser Verwirrung nicht allein ist, und er weiß, nach welchen Aspekten er suchen muss.)
Und das vor zwei Jahren, haha! Was das eigentlich bedeutet, habe ich glaube ich erst jetzt kapiert. Trotzdem ein gutes Gefühl.
Zum anderen sehr spannend, weil ich es ein Stück weit auch als Gegenstück zu Sie kam und blieb lesen kann, da hier auch wieder Olga (real)/Xaviere (Sie kam und blieb bzw. Ivich (Wege der Freiheit) sowie die einzigartige Vertrauensbeziehung zwischen Sartre/Pierre/Mathieu und Beauvoir/Francoise/Marcelle die wichtigen Themen sind. Nur, dass er bei ihr bei weitem besser wegkommt als sie bei ihm, wie die Konfidentin und ich bei
„’Nein, nein, es ist kein Spiel um Kopf oder Schrift. Was auch geschieht, alles muß durch mich geschehen’. Auch wenn er sich davontragen ließ, ratlos, verzweifelt, auch wenn er sich wie ein alter Sack Kohlen davontragen ließ, hätte er sein Verderben gewählt: er war frei, frei zu allem, frei, das Tier oder die Maschine zu spielen, frei, anzunehmen, frei, abzulehnen, frei, Ausflüche zu machen; heiraten, sitzenlassen, jahrelang diesen Klotz am Bein herumschleppen: er konnte tun, was er wollte, niemand hatte das Recht, ihm zu raten, es gäbe für ihn nur Gut und Böse, wenn er sie erfand. (...) Er war allein, inmitten einer monströsen Stille, frei und allein, ohne Hilfe und ohne Entschuldigung, dazu verurteilt, unwiderruflich zu entscheiden, für immer dazu verurteilt, frei zu sein.“
Dazu die bezaubernd schöne, rätsel- und zauberhafte, intim-verträumte, kantige und hypnotische Musik von Lichter. Produziert von Klez.e- und Delbo-Mitglied Tobias Siebert.
diese welt ist nicht mehr für uns reserviert / alle plätze belegt und nichts garantiert /
unsere guten ideen billig und ausstaffiert / und wer kann hier noch sagen / wer gewinnt wer verliert
nur wer hat uns befohlen / in diesen zeiten / so ruhig zu bleiben?
um dann inmitten all dem Chaos doch etwas Schützenswertes zu finden:
erklär mir jedes wunder / einzeln und nacheinander
denn ich verstehe nichts mehr / denn ich verstehe nichts mehr
jetzt bin ich da wo ich noch nie war
und ringsherum lauert die gefahr
es ist so fremd und wie vertraut, wenn wir uns lieben
wie unter tieren
Vorgestern beim Aufräumen bin ich über einen alten Schulordner gestolpert. Spanisch, 13. Klasse, ein Aufsatz von vor zwei Jahren zum Thema "Die ideale Schule". Der Aufsatz endet mit dem Absatz:
Finalmente, la escuela no puede y no debe decir al alumno donde quiere ir. Después de la escuela, él va a realizar que no tiene ninguna idea, de que trata ese desorden llamado mundo. No sabe que es el camino correcto, y no sabe el camino para volver a casa. Pero sabe, que no es sólo con esa confusión, y sabe de que aspectos tiene que buscar.
(Weder kann die Schule noch darf sie dem Schüler sagen, wohin er gehen soll. Nach der Schule wird er realisieren, dass er absolut keine Ahnung hat, worum es in diesem Chaos namens Welt eigentlich geht. Er weiß nicht, was der richtige Weg ist, und er kennt nicht den Weg nach Hause. Aber er weiß, dass er mit dieser Verwirrung nicht allein ist, und er weiß, nach welchen Aspekten er suchen muss.)
Und das vor zwei Jahren, haha! Was das eigentlich bedeutet, habe ich glaube ich erst jetzt kapiert. Trotzdem ein gutes Gefühl.